Depleted Uranium: Todesstaub

Unter dem Titel „der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ förderte ein deutsches Reporterteam vor einigen Jahren Unglaubliches zu Tage:

Bereits 1995 setzte die NATO, insbesondere das Militär der US-Amerikaner und der Briten, im Kosovo ionisierende Munition ein, besser bekannt als abgereichertes Uran oder depleted uranium. Als die Coalition of the Willing Saddam Hussein endgültig in einer mediengerecht inszenierten Verprügelungsaktion im Irak 2005 zu Fall brachten, hatte die geschundene Bevölkerung des Landes bereits mit den Folgen des Einsatzes von Uranmunition im ersten Golfkrieg zu kämpfen:

Weite Regionen um Bagdad und Basra gelten heute als verseucht und prinzipiell unbewohnbar – Hilfsorganisationen verzeichnen bislang für die Region völlig untypische Krebsarten und multiple Krebsformen bei ungewöhnlich hohen Kinderkrebsraten.

Ein unerhört unbekanntes Thema
So wirklich neu ist die Nachricht jedoch nicht. Seit beinahe 30 Jahren setzt die US-amerikanische Militärindustrie abgereichertes Uran in der Luftwaffe, in Bomben und Granaten bis hin zur Munition für Handfeuerwaffen ein.

Die Reportage des WDR – mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Europäischen Fernsehpreis 2004 – kratzt dabei nur an der Oberfläche. Denn das wirkliche Ausmaß von 30 Jahren Einsatz von abgereichertem Uran in internationalen Einsatzgebieten lässt sich nur schwer einschätzen. Fest steht, dass die Feinstpartikel oder Aerosole sich überall verteilen: in der Atemluft, im Trinkwasser, in der Nahrung. Und rund 4,5 Milliarden Jahre lang krebserzeugende Strahlung abgibt.

Bundeswehr Komplize für Kriegsverbrechen
Berichten auf NGO Online zufolge wurden so in den letzten 14 Jahren US-amerikanischer Militär-Einsätze über 1,4 Millionen Schuss Munition in Einsatzgebieten wie Irak, Kuwait, Bosnien, Kosovo, Serbien, Montenegro und Afghanistan verschossen.

Dabei spielt die Bundesregierung eine nicht unbedeutende Rolle: Denn in beinahe jedem der oben genannten Konflikt- und Kriegsregionen hat die Bundeswehr auf Befehl aus Berlin im Rahmen von NATO-Einsätzen oder anderen Koalitionsbündnissen mindestens organisatorische und logistische Hilfe geleistet – und nicht zuletzt in Afghanistan schützen und unterstützen deutsche Soldaten aktiv die Kriegsverbrechen des US-Militärs – ob bewusst oder unbewusst ist dabei stets eine Frage der Rangordnung und internen Kommunikation.

Kinderarzt auf Abwegen
Als der Kinderarzt Siegwart-Horst Günther während einer Hilfsmission in Basra Kinder beim Spiel mit Munitionshülsen beobachtete und mit den für die Region ungewöhnlich hohen Raten an krassen Krebserkrankungen bei Kindern verglich, kam ihm ein schrecklicher Verdacht. Könnte es sich um abgereichertes Uran handeln? So packte er beherzt eine Hülse ein und flog damit nach Berlin, um diese in einem Universitätslabor prüfen zu lassen.

Die Labore wiesen ihn jedoch entsetzt ab und die Polizei inhaftierte den Arzt anschließend aufgrund der Freisetzung von ionisierender Strahlung. Doch er ließ nicht locker, er wollte Antworten. Und so recherchierte weiter.

„Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“
Die Reportage der WDR-Reihe „Die Story“ können Interessierte leider nur über Umwege sehen, da das Archiv des Senders offenbar nur eine Auswahl der Dokumentationen zum Abruf bereit hält.

Die gängigen Suchmaschinen finden aber schnell Ergebnisse, zum Beispiel hier:
http://video.google.de/videoplay?docid=8192977154296057254&hl=de&emb=1#

Quellen:
Informationen der WHO über abgereichertes Uran
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs257/en/

Bewegung gegen abgereichertes Uran
http://www.cadu.org.uk/

Journalisten und Prominente gegen abgereichertes Uran

Interview mit Frieder Wagner
http://www.nuoviso.tv/interviews/interview-mit-frieder-wagner.html

Bericht auf Ecoglobe.ch
http://ecoglobe.ch/nuclear/d/du5311.htm

Sehr informativer Excerpt der Universität Kassel
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/DU-Geschosse/Rokke.html

Artikel auf NGO online
http://www.ngo-online.de/2005/07/22/irak-afghanistan-jugoslawien/

Epidemiologische Eisnchätzung zur Giftigkeit von abgereichertem Uran
http://www.toxcenter.de/artikel/Uranmunition-biologische-Halbwertszeit.php