Glyphosat-Zulassung – Pro & Contra

Ende 2017 sorgte der aktuelle bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt aus der CDU für einen Paukenschlag, als er sich im Alleingang bei einer EU Abstimmung für die Verlängerung der Glyphosat-zulassung aussprach. Diese Verlängerung gilt für weitere fünf Jahre.

Obwohl das Kanzleramt eindeutig die Order gegeben hatte, sich der Stimme zu enthalten, sagte Schmidt Ja zu Glyphosat. das Bundesumweltministerium hatte sich gegen die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat auf EU-Ebene ausgesprochen.

Der Alleingang von Schmidt sorgte für einen mächtigen Wirbel. Die Bundesumweltministerin barbara Hendricks kritisiert Schmidt scharf für Schmits Ausrutscher. Laut öffentlichen Aussagen, war diese Zustimmung weder abgesprochen noch so vorgesehen.

Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel rügt Christian Schmidt, was in der Öffentlichkeit nicht alltäglich ist.

Wer aber nun erwartet hat, dass dieser Entgleisung für Christian Schmidt politische Folgen hat, liegt falsch. Aber das hat wohl auch nicht wirklich jemand erwartet.

Doch warum ist Glyphosat eigentlich so umstritten?

Glyphosat ist ein Pflanzenschutzmittel, mit dem 40 % der deutschen Äcker und Gärten behandelt werden. Deswegen ist es auch fast überall nachweisbar, zum Beispiel im Urin von Menschen und Tieren, in Milch, Bier und Wasser.

Seit geraumer Zeit steht der Verdacht im Raum, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sein könnte. Zu diesem Urteil kommt zumindest die Studie der internationalen Agentur für Krebsforschung der Vereinten Nationen aus dem Jahre 2015.

Allerdings muss man diese Bewertung relativieren, denn nach Aussage von SPIEGEL ONLINE überprüfe diese UN Agentur nur, ob der Stoff überhaupt in der Lage ist Krebs auszulösen.

  • Quelle: Youtube Video Untertitel des oben aufgeführten Beitrages

Wird ein Stoff als krebserregend eingestuft, muss man diese Aussage natürlich immer noch hinterfragen und relativieren. Eine UN Agentur prüft in der Regel nur, ob ein Stoff Krebs auslösen könnte. Schaut man hier etwas in die Tiefe, dürften viele Berufe gar nicht ausgeübt werden. Nehmen Sie die blumenbinderin oder die Frisörin, diese sind jeden Tag im Beruf mit vielen Stoffen exponiert, die theoretisch Krebs auslösen könnten.

staatliche Behörden aus Australien, Neuseeland und auch Japan sind hingegen zu dem Ergebnis gekommen, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Zu jeder Studie gibt es in der Regel immer eine gegenstudie. Wo hier Lobby anfängt und wirkliche subjektive Untersuchung aufhört, kann man oft nicht feststellen.

So ist es wirklich schwierig zu sagen, ob Glyphosat nun wirklich krebserregend ist oder nicht. Auf dem Ökosystem schade Glyphosat, auch wenn die Hersteller angeben dass es nicht bienengefährlich ist. Stellen Sie sich aber vor das auf den weitläufigen Feldern mit Glyphosat wirklich alle Pflanzen abgetötet werden. Dies bedeutet das für unsere Insekten die Nahrung einfach wegfällt, Monokulturen sind für das Sterben viele Insekten Arten großflächig verantwortlich.

Ehrlicherweise muss man aber sagen, wenn die Landwirte und Gärtner kein Glyphosat verwenden dürften, fänden sie sicher einen anderen Weg um Unkräuter aus dem Garten und der Landwirtschaft zu verbannen. Unkrautvernichter würden sich in anderer Form mit Sicherheit finden, die letztendlich zum gleichen Ergebnis führen: nämlich den Wegfall der potentiellen Nahrungsquellen für Insekten.